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Backup für KMU – Welche Strategie ist die Beste?

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Norwin Metzger
Von Norwin Metzger
Dienstag, 2. April 2019

Sind Ihre Daten ausreichend geschützt? Backup ist nicht gleich Backup und oft lohnt es sich, das eigene Backup-Konzept zu hinterfragen und geeignete Verbesserungsmassnahmen vorzunehmen. Neue Technologien und veränderte Bedrohungen erfordern Anpassungen, um den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten.

Wissen Sie, ob Ihr Backup funktioniert?

Datensicherung wird in kleineren Unternehmen vielfach stiefmütterlich behandelt. Läuft das Backup erfolgreich? Funktioniert die Wiederherstellung auch tatsächlich? Gibt es eine Sicherung, wenn der ganze Serverraum unter Wasser steht? Wie lange dauert es bei einem Totalausfall, bis die Firma wieder operativ ist? Fragen, welche jede Firma beantworten können muss.

Die 3-2-1 Backup-Regel

Die 3-2-1 Backup-Regel bestimmt die minimalen Anforderungen für ein verantwortungsvolles Backup-Konzept. Sie ist auf jede Firmengrösse und jedes IT-Budget anwendbar und stellt einen dreistufigen Schutz der Daten sicher, der die meisten Risiken vor Datenverlust beseitigt.

  • Alle Daten existieren als 3-fache aktuelle Kopie. Einmal gespeichert auf dem produktiven System, mit dem Sie täglich arbeiten und zwei Kopien als Backup
  • Für die Speicherung der drei Datenkopien werden mindestens 2 unterschiedliche Medientypen verwendet, beispielsweise die Festplatten im produktiven System und ein NAS oder Cloudspeicher für das Backup
  • 1 aktuelle Kopie der Daten befindet sich immer ausserhalb des Hauses, sei dies auf einer externen Festplatte zuhause im Safe oder in der Cloud

Stellen Sie sicher, dass diese Grundsätze von Ihrem Backupkonzept eingehalten und regelmässig überprüft werden. Bei einem Datenverlust infolge Elektronikschäden, Cyberangriffen, Einbruch oder bei Elementarschäden haben Sie stets eine aktuelle Datenkopie griffbereit.

Was sollte zudem beachtet werden

Folgt ein KMU der 3-2-1 Backup-Regel, ist schon sehr viel erreicht. Es gibt aber noch weitere Punkte, die matchentscheidend für ein erfolgreiches Backup sind. Stellen Sie sich hierzu diese Fragen:

  • Wie lange können Sie es sich als Unternehmen im Notfall leisten, nicht operativ zu sein?
  • Wie lange darf der Datenverlust bis zum letzten Backup maximal sein? Eine Woche, einen Tag oder nur eine Stunde?
  • Wie sensibel sind Ihre Daten?
  • Wie stellen Sie sicher, dass die Wiederherstellung im Notfall auch tatsächlich funktioniert?

Diese Fragen sind wichtig, um das Backupsystem richtig zu konfigurieren, Daten gegebenenfalls verschlüsselt zu sichern und sich für die richtigen Medientypen zu entscheiden, wobei es mehrere Möglichkeiten gibt.

  • Tragbare Festplatten: Ein heute sehr gängiges Medium für Backups. Sie sind leicht zu handhaben, schnell und günstig, gleichzeitig aber empfindlich gegen Stürze und erfordern daher einen sorgsamen Umgang.
  • NAS-Systeme: Network Attached Storage (NAS) ist ein eigener kleiner Dateiserver, auf den über das Netzwerk das Backup gesichert wird. Dieses kann beispielsweise auch in einer Zweigniederlassung in einer anderen Stadt stehen. Der Vorteil dieses Systems ist einfache Handhabung und die Nutzung als zentrales Backupmedium für mehrere Serversysteme.
  • Cloud-Backup: Das Cloud-Backup ist eines der komfortabelsten und sichersten Wege Ihre Daten zu sichern, wobei die Daten bei einem Cloud-Provider im Rechenzentrum gesichert werden. Konditionen, Sicherheitsstandards und der Datenstandort sollten allerdings vorgängig gut geprüft werden.
  • Tapes/Magnetbänder: Tapes sind sehr kostengünstig und geeignet für die Langzeitsicherung und -archivierung. Die Handhabung ist umständlich und deshalb sind sie in KMU nicht mehr sehr verbreitet. Moderne Tapes speichern bis zu 12 TB Daten.
  • CDP-Backups: CDP (Continuous Data Protection) meint ein Verfahren der kontinuierlichen Datensicherung auf einer Reihe von Festplatten innerhalb eines Backup-Servers. Diese Methode sichert auch ganz neue Daten, ist aber sehr komplex und kostenintensiv.

Keine Kompromisse eingehen

Die perfekte Backup-Strategie hängt von vielerlei Faktoren ab. Budget, Backup-Häufigkeit, Unternehmensgrösse, IT-Ressourcen, Wiederherstellungsdauer und geschäftsspezifische Anforderungen müssen berücksichtigt werden. Gehen Sie aber auf keinen Fall Kompromisse ein, denn wenn Sie einen Datenverlust erleiden und kein funktionierendes Backup zur Verfügung steht, steht meist Ihr ganzes Unternehmen auf dem Spiel. Es lohnt sich, das Thema Backup seriös und strukturiert anzugehen und Risiken weitmöglichst zu minimieren.